HammelauktionshalleAthen hat den Parthenon, Berlin ihr Stahlskelett. Nicht ganz so imposant und aus Mar-mor erbaut, dafür aus zähem Stahl gefertigt und mit grün veredelt – das Gerippe unserer ehemaligen Hammelauktionshalle auf dem Gelände des einstigen „Central Vieh- und Schlachthofs“ in Friedrichshain und Wahrzeichen des Hermann-Blankenstein-Parks.

Wo einst Tiere gehalten, verkauft und zur Schlachtbank geführt wurden, ist heute ein modernes, grünes Stadtquatier gewachsen. Neu angelegte Park- und Freiflächen, ein Mix aus Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten haben das Areal am Bahnhof Storkower Straße wieder zum Leben erweckt.

Eröffnet wurde das 50 Hektar große Gelände aus Großmarkt, Vieh- und Schlachthof im Jahre 1881, dessen Idee auf Rudolf Virchow zurück geht. Bereits 1864 schlug der Arzt vor, einen städtischen Schlachtbetrieb vor den Toren Berlins zu errichten, um für die wach-sende Bevölkerung eine bessere Qualität in der Fleischversorgung zu gewährleisten.HammelauktionshalleZu ihrer Entstehungszeit zählte die Anlage, die sich von der Landsberger Allee bis zum Bahnhof Storkower Straße entlang der gegenüber liegenden Eldenaer Straße erstreckt, zu eine der größten und hygienischsten Einrichtungen Europas, die selbst 1929 in Alfred Döblins Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ Erwähnung fand.

Während des zweiten Weltkriegs fielen viele Gebäude den Bomben zum Opfer. Nach Auf- und Umbaumaßnahmen versorgte bis zur Stilllegung im Jahr 1991 das VEB-Fleisch-kombinat den Ostteil der Stadt mit Fleisch. Im Hinblick auf Olympia 2000 wurde das Gelände zwei Jahre später zum Entwicklungsgebiet erklärt.Halle4Mit 217 Metern Länge und rund 15 000 Quadratmetern Fläche sollte die ehemalige Rinderauktionshalle Olympia-Kantine und Wahrzeichen des neuen Stadtviertels werden, bis sich die größte Halle Europas nach Zerschlagung des Olympia Traums als jahre-langer Ladenhüter erwies.

Als 2007 das Entwicklungsrecht aufgehoben wurde, begannen private Investoren mit der Bebauung und Sanierung des Gebiets, wobei viele Bauten des denkmalgeschützten Bestands erhalten blieben. Ein alter Stall wird heute als Sporthalle genutzt und in der ehemaligen Rinderauktionshalle residiert jetzt Deutschlands größtes Fahrradcenter.

Direkt nebenan liegt das Gerüst der ehemaligen Hammelauktionshalle. Sie wurde nicht wieder aufgebaut, aber umfangreich saniert und in die Parkgestaltung integriert. Sie ist heute das „offizielle“ Wahrzeichen des Quartiers und demonstriert im offenen Zustand die einstige Dimension und Ausdehnung der alten Auktionshallen.Hammelauktionshalle - Kopie

 

Fotos: Karin Kölker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

Post Navigation