Achteck_GendarmenmarktEs steht auf Berlins schönstem Platz – das Café Achteck auf dem Gendarmenmarkt. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine gastronomische Einrichtung, sondern um die scherzhafte Bezeichnung für eine öffentliche Bedürfnisanstalt, die Ende des 19. Jahr-hunderts errichtet wurde. Im Jahr 1920 gab es etwa 140 dieser „Cafés“, von denen heute noch einige gut erhaltene Exemplare unser Stadtbild prägen. Grün sind sie alle, genutzt werden sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Aufgestellt wurden sie an öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen in der Stadt, damit Berliner „ihren Kaffee wegbringen konnten.“ Daher auch der Name Café Achteck. Das Urinal am Gendarmenmarkt wurde um 1880 erbaut und gehörte damals noch zu den öffentlichen Toiletten der Stadt, die ausschließlich von Männern genutzt wurden.

Heute ist das Oktagon sowie einige andere Pissoirs wie etwa das am Fellbacher oder Rüdesheimer Platz so umfunktioniert, dass auch Frauen ihre Notdurft hier verrichten können. Das Café Achteck am Gendarmenmarkt wurde nach aufwendiger Sanierung 2003 eingeweiht und zählt heute zu den Sehenswürdigkeiten Berlins.Achteck_GendarmenmarktWegen seiner grünen Farbe wurde das „Cafe“ auch Waidmannsluster Typ genannt. Eine Erklärung für die Farbwahl ist nicht bekannt. Gemutmaßt wird, dass der vom Harndrang Getriebene das rettende grüne Häuschen wegen seiner Farbe recht schnell entdecken konnte.

Denn die Farbe und der achteckige Grundriss sind immer gleich, auch wenn sich einige der Häuschen in Form und Funktion unterscheiden. Während einige Bedürfnisanstalten heute noch als als stille Örtchen fungieren, wird in anderen mittlerweile gekocht. Wo, werde ich Euch hier demnächst nach und nach vorstellen.Achteck_Gendarmenmarkt

Fotos: Karin Kölker

 

 

 

 

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