Wasserpumpe_ChamissoplatzSie gehören längst zu den inoffiziellen Wahrzeichen Berlins –  die vielen grünen Wasser-pumpen, die unser Stadtbild prägen. 2100 sind es an der Zahl, von denen die meisten noch funktionsfähig sind und nicht aus bloßer Nostalgie unsere Straßenränder säumen. Im Katastrophenfall dienen sie der netzunabhängigen Notfallversorgung der Bevölker-ung mit Trink- und Löschwasser. Ursprünglich gedacht waren sie als Tränke für Kutsch-pferde.

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Die meisten Wasserpumpen sind grün, vereinzelt gibt es sie auch in grau.

Von der Tränke zur lebenswichtigen Quelle

Das änderte sich spätestens seit dem 2. Weltkrieg, als die Wasserleitungen zusammen-brachen und weitere Pumpen errichtet wurden, um die Zivilbevölkerung mit Wasser zu versorgen. Während der Blockade hielt dieser Trend in West-Berlin an. Angesichts eines Notfalls sollte wegen der Insellage ausreichend Zugang zum Grundwasser gewährleistet sein. Jenseits der Mauer teilte man diese Befürchtung nicht. Darum gab es im Osten Berlins auch weit weniger Pumpen als im Westen der Stadt.

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Ab 1894 wurden mehr als 300 „Lauchhammer-Pumpen“ aufgestellt,

Von ausreichender Trinkqualität

Nach der Wende wurden auch dort 900 neue Pumpen aufgestellt. Für die Instandhaltung sind zum einen die einzelnen Bezirksstadträte und zum anderen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn zuständig. Zwei Drittel der Brunnen liefern Wasser mit Trinkwasserqualität, an den anderen sind entsprechende Hinweise angebracht. Aus Sicherheitsgründen wird die Trinkwasserqualität regelmäßig von den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern untersucht.

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die opulent verziert und verschnörkelt sind.

Von Kindern geliebt

Bei schönem Wetter stehen die Wasserpumpen besonders bei kids hoch im Kurs. Schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts dienen sie den Kindern als tolle Plantschgelegenheit; ist es doch eine willkommene Erfrischung, einfach den Kopf unter einem der wasserspei-enden Drachen- oder Fischmäuler zu halten oder seinen Hund an den opulent verzierten Wasserspendern zu baden. Damit die Pumpen nicht versiegen, ist eine regelmäßige Nutzung wichtig.

Ab 1900 wurde eine schlankere Variante gebaut

Fotos: Karin Kölker

 

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