Mode von morgenUnsere Mode wird digital. Ob Schmuck aus dem 3D-Drucker, Kleidung mit Sensoren oder Lippenstifte, die das Ladegerät für Smartphones ersetzen – Produkte, die Fashion mit Technologie verbinden, sind längst keine Zukunftsmusik mehr und neben grüner Mode das zentrale Thema auf der Fashion Week. Wie die Digitalisierung die Modewelt verän-dert, war auf der Ausstellung „IT Couture“ im Showroom der Microsoft-Repräsentanz Berlin zu sehen.

Elektrocouture lässt uns Leuchten

Elektrocouture

Hochzeitskleid der Zukunft: White LED-Wedding Dress In Red

Fashion Tech Unternehmen, Jung-Designer und Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee präsentierten im Atrium von Microsoft ihre Kollektionen mit den neuesten digitalen Technologien, die aus Mode „Hightech Fashion“ macht. Eine von ihnen ist Designerin Lisa Lang, die uns mit ihrem Label Electrocouture zum Leuchten bringt. Das Korsett ihres roten Hochzeitskleids aus Tüll etwa wird durch eingearbeitete LED-Lichter betont und bringt die Braut in Zukunft noch mehr zum Strahlen.

Schal Berlin von Lisa Lang

Wearable IT: wärmt und leuchtet

Neuester Clou ihrer aktuellen Kollektion sind Strickschals mit eingewebten Heiz- und Leuchtröhrchen. Das Modeaccessoire mit der Skyline von Berlin macht uns damit bei dunklem Wetter besonders gut sichtbar und hält auch noch warm. Ausgestattet ist der Schal mit einem kleinen Akku, der über ein USB-Kabel mühelos an jedem Laptop aufge-laden werden kann. Und das Beste daran: Die Mode der jungen Designerin ist nicht nur trag-, sondern auch noch waschbar.

Schal-mit-eingebauter-Wärmefunktion

Aufladbar mit USB

Schmuck aus dem Drucker

Armreif

Gestaltet nach Vorbildern aus der Natur mit 3D-Druck

Geradezu frenetisch gefeiert in der Fashion-Tech Bewegung wird der 3D-Druck. Er gilt als revolutionär in der Szene, weil das aufwendige Herstellen von Formen und Material-verlust entfällt. Mit Hilfe des 3D-Drucks besteht die Möglichkeit, aus nahezu jedem Material besonders anspruchsvolle und filigrane Modelle anzufertigen. Als Druckvorlage wird hierbei kein materieller Prototyp, sondern lediglich eine Software erstellt. Und da der Druck additiv funktioniert, fallen auch keine Abfälle an.

3D-Druck

Outfit aus dem Drucker

Die Individualisierungsmöglichkeiten der 3D-Technik nutzt auch Hersteller nervous system, dessen Schmuckstücke in Deutschland durch kontor.apart vertrieben werden. Die detailliert gearbeiteten Accessoires werden nach Vorbildern aus der Natur durch Computersimulationen generiert und im 3D-Druck Verfahren hergestellt. Die gefertigten Schmuckstücke sind eindrucksvoll plastisch, leicht und doch stabil. Als Material werden sowohl Silber als auch Edelstahl und Acryl verwendet.

Schmuck aus 3D_Drucker

Individuelle Stücke aus Silber „gedruckt“

Kino auf Kleidung

Jacke von Aumann

Mode, die leuchtet

Auf breites Interesse stieß die Kollektion von Veronika Aumann. Die Studentin hat eine Jacke kreiert, die ganz aus Hightech besteht und wie ein interaktiver Bildschirm funktioniert. Bei dem Stoff handelt es sich um ganz normales Gewebe, hinter dem eine komplexe Mikro-Technik steckt. Eingewebt sind textile Leiterbahnen – Silberfäden, die wie Kabel leiten – und ein Chip sowie kleine LEDs angebracht, mit der man Farbe und Helligkeit darstellen kann.

Screenstoff Präsentation

Stoffe, die Filme und Fotos zeigen

Mit einer dazugehörigen App können sogar Filme und Fotos angezeigt werden. „Screen-stoff“ heißt die geniale Erfindung, die die Designerin gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration entwickelt hat. Bislang ist die Jacke noch ein Prototyp und die Auflösung relativ grob, aber bei der rasanten technischen Entwick-lung wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis das Material zum Einsatz kommt und wir unsere neuesten Urlaubsfotos demnächst im Mantel auf der Straße präsentieren.

MantelHighfashionMantel
Fotos: Karin Kölker

 

 

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